Rostschutz Test 2008-2009 Teil 8
23. September 2009 | Von admin | Kategorie: TestberichteSind Testergebnisse objektiv? Man wird darüber streiten können.
Meiner Meinung nach sind sie es leider nicht.
Nicht nur der Rostschutztest der OLDTIMER MARKT ging in die Hose.
Erinnnern wir uns an einen Test über Rollbretter und Sitze für die Werkstatt. Ich bin nun zu faul, nachzusehen, wann dieser Test von der OM veröffentlicht wurde, ich glaube 2007 oder 2008.
Da fragten sich die Tester und teilten dies auch allen Lesen mit, es wäre Ihnen ein Rätsel, warum zwei, drei Werkstatthocker und Rollsitze sich “optisch” aufs Haar glichen, aber unter drei Markennamen zu sehr unterschiedlichen Preisen zu haben seien. Die Hersteller / Anbieter hätten dies nicht ausreichend klären können. Hat man sie überhaupt gefragt?
Im damaligen Test war auch ein Werkstatthocker, den wir anbieten. Für die Tester sah er anderen Modellen ähnlich und den Testern blieb es ein Geheimnis, warum der Hocker teurer als “gleich aussehende” ist. Man hätte es nicht genau klären können, wieso es da Preisunterschiede gibt.
Man hätte es klären können, sehr schnell, leicht und sehr einfach:
Einfach mal den Kopf anstrengen, ob Hersteller X nachbaut, was Hersteller Y schon lange auf dem Markt hat!
Zweitens erklären sich Preisunterschiede ganz leicht:
Man schraubt einfach mal die die “Füße” eines Werkstatthockers ab, zerlegt diese in die Einzelteile und betrachtet und bewertet diese ganz genau. Kann es sein, daß der etwas teurere Werkstatthocker ein höherwertiges Kugellager mit mehr und widerstandsfähigeren Kugeln hat?
Wie war das noch damals in dem Test? Die Hersteller hätten keine Auskünfte geben können, wieso ihr Werkstatthocker dem der Mitbewerber optisch glich?
Unglaublich! Ich rief damals sofort etwas beunruhigt bei unserem Lieferanten an. Und bekam die Auskunft “Von dem Test weiß hier kein Techniker was, bei uns hat kein Tester nachgefragt, warum unser Modell so aussieht wie Billigkopien.”
Dann war da noch der Kompressortest. Wie war das noch? Der Kaesar Kompressor war der heimliche Testsieger, scheiterte aber für den Testsieg an den zu “zu kleinen Rädern”. Angeblich auf zu kleinen Rädern montiert und zu kippelig. Da wünscht man sich wirklich einen “Praxistest”, in dem getestet wird, ob etwas, was zu kleine Räder hat (wie die Tester meinen) in der Praxis schon einmal umgekippt ist oder vielleicht ob die Tester einfach nur ein Lineal an die Radgröße gehalten haben.
Da war doch auch mal ein Werkzeugtest in der OM, Schraubenschlüssel und Handwerkszeug? Ich erinnere mich nur vage an diesen Test und auch nur, weil ein Bekannter ihn heute erwähnte, als wir am Telefon über den Rostschutztest diskutierten. Mein Bekannter war der Meinung, daß beim Werkzeug Test der OM ein Schraubenschlüssel von Gedore als “Testniete” durchfiel, weil er sich beim Anziehen der Schraube “verdrehte” und somit genau das tut, was der Hersteller will und warum das Werkzeug gut ist. “Das Teil verdreht sich, wenn das Anzugsdrehmoment überschritten wird und genau dafür wird es hergestellt und verkauft, er fiel beim Test der OM durch, weil es genau das tut, was der Hersteller verspricht”, sagt mein Bekannter.
Ich suche das Heft noch raus und lese demnächst nach, was seinerzeit im Werkzeugtest stand. Bis dahin gilt die alte Bauernregel “Der Herr verschone mich vor Sturm und Wind und Testern, die nicht immer ernst zu nehmen sind!”
Bis ich den Werkzeugtest wieder gefunden habe, werden sicher noch einige Tage vergehen und ich an schönen Sonnentagen im Biergarten Zeitschriften lesen. Zeitschriften über alte Autos mit tollen Fotoberichten über in Europa super seltene Autos, von denen es nur eins mit Zulassung in Deutschland gibt (so der redaktionelle Bericht), aber seltsamerweise im Anzeigenteil gleich zwei andere zum Verkauf stehen. Bei der Lektüre werde ich intensiv über den Wert und Unwert von Tests und Oldtimerjournalismus nachdenken. Und über mögliche und unmögliche Zusammenhänge, wieso sich ausgerechnet in den Anzeigenteil dieser Ausgabe Angebote dieses in Europo seltenen Autos verirren konnten - passend zum redaktionellen “Hofbericht”.
