Richtige Fuehrung der Lackierpistole
21. Mai 2009 | Von admin | Kategorie: LackierpistolenDurch richtige Führung der Lackierpistole können Fehler beim Lackieren vermieden werden. Falsche Handhabung führt zu unterschiedlichen Schichtstärken, Läufern, Nebelbildung u.a. Fehlern. Prinzipiell wird beim Lackieren mit der Sprühdose ähnlich gearbeitet, die Hinweise gelten also auch für die Handhabung von Lacksprühdosen.
Beim Lackieren, speziell bei der Autolackierung, werden zuerst die Kanten gespritzt, die dem Lackierer am nächsten sind. So wird vermieden, dass sich Farbnebel auf bereits lackierte Flächen absetzt.

Spritzen einer Umrandung, bevor die Fläche lackiert wird, sorgt für einen besseren Kantenschutz.
Große Flächen werden im Kreuzgang lackiert.

Beim ersten Arbeitsgang wird die Lackierpistole waagerecht geführt, beim zweiten Arbeitsgang senkrecht.
Keine Regel ohne Ausnahme: bei der Lackierung von Autos und komplizierten, verwinkelten Flächen wird oft auch nur waagerecht in mehreren Arbeitsgängen lackiert.

Flächen werden überlappend lackiert, um eine gleichmäßige Schichtstärke zu erreichen.

Bei großen und auch bei zylindrischen Werkstücken wird die Fläche in mehrere Teilstücke eingeteilt, die überlappend lackiert werden. Das zweite Teilstück muss lackiert werden, bevor das erste Teilstück trocken ist, um Probleme bei den überlappenden Stellen zu vermeiden.

Bei ebenen Flächen wird die Lackierpistole parallel zum Werkstück geführt, um eine gleichmäßige Schichtdicke zu erzeugen. Bei großen Flächen muß der Lakierer den Standort für jedes Teilstück wechseln, um die Farbspritzpistole in einem gleichmäßigen Abstand führen zu können.

Schwenken der Lackierpistole führt zu ungleichmäßigen Schichten, die in der Mitte dicker und an den Rändern dünner sind. Außerdem wird Lack vergeudet.

Der richtige Abstand ist entscheidend für ein gutes Arbeitsergebnis. Meistens liegt der optimale Abstand zwischen der Düse der Lackierpistole und dem Werkstück bei 15 bis 25 cm.

Bei zu kurzem Abstand zwischen Lackierpistole und Werkstück wird zu viel Material mit zu hohem Druck auf die Oberfläche aufgetragen. Gleichzeitig trifft eine zu hohe Luftmenge auf eine zu kleine Fläche. Deshalb wird bereits aufgetragener Lack regelrecht “geschoben”. Das Ergebnis sind Nasen, Läufer und Gardinen.

Zu weiter Spritzabstand führt zu Nebel- und Wolkenbildung. Ein Teil der Verdünnung verdunstet zu früh und kann den Farbverlauf nicht mehr unterstützen. Farbtröpfchen werden von der auf das Werkstück treffenden Druckluft zurückgeschleudert und vernebelt, die Oberfläche wird nicht glatt genug.

Schräge Haltung der Farbspritzpistole sorgt dafür, dass die Fehler von zu geringem und zu weitem Abstand gleichzetig auftreten. Bei schräger Haltung der Lackierpistole wird im unteren Bereich das Material zu dick aufgetragen und geschoben, im oberen Bereich kommt es zur Bildung von Farbnebel und Tröpfenbildung.

Ecken werden gleichmäßig lackiert, werden man wie beim Lackieren von Flächen vorgeht und die Lackierpistole parallel zum Werkstück führt und die Seiten in zwei Arbeitsgängen lackiert.

Wenn die Lackierpistole im Winkel von 180° zur Ecke gehalten wird, kommt es zu einem ungleichmäßigen Lackauftrag, außen entsteht eine dicke Schicht, zur Ecke hin wird die Schicht dünner.
