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Verchromen von Auto- und Motorradteilen

An den gewöhnlichen Alltagsautos ist heute der Chromglanz beinahe völlig verblasst: die meisten Neuwagen kommen fast ohne aus. Aber vielleicht fahren Sie einen Old- oder Youngtimer, der noch schöner werden soll, als er schon ist? Was darf verchromt werden?

Meistens sollen Anbauteile von Fahrzeugen verchromt werden, z.B. Türgriffe und Stoßstangen oder Motorteile wie der Zylinderkopfdeckel. Bei Motorrädern sieht man manchmal verchromte Tanks und Vordergabeln. Und chromglänzende Auspuffrohre oder Überrollbügel sind bei US-Cars oder Harley fast “Pflicht”. Mit diesen und ähnlichen Anbauteilen werden Sie beim TÜV auch nie Probleme haben.

Alle Teile, die zum Rahmen und Fahrwerk gehören, sollten Sie jedoch tunlichst nicht verchromen. Die Betriebserlaubnis für Ihr Fahrzeug wird dann sofort erlöschen, weil der TÜV dazu meint, dass Verchromen eine Veränderung des Metallgefüges durch galvanische Behandlung ist. Haben die Schweißnähte am Rahmen einen schönen Chromglanz, dürfen Sie Ihr Fahrzeug gleich auf dem TÜV-Gelände parken.

Bei der Verchromung von Leichtmetallen, z.B. Aluminium, ist ebenfalls Vorsicht geboten. Leichtmetalle sind weich und haben ein anderes Gefüge als Chrom. Chrom gehört zu den härtesten und strapazierfähigsten Metallen überhaupt. Beim Verchromen von Leichtmetall kann sich das verchromte Teil verziehen und verformen. Bei Motorteilen dehnen sich bei der Erwärmung Leichtmetall und Chrom unterschiedlich aus, das Leichtmetall dehnt sich stärker als Chrom.

Übrigens können auch einige wenige Kunststoffe verchromt werden (Sicryl-Nitril-Butadien-Styrol und verwandte Plaste). Andere Kunststoffe lösen sich im Galvanikbad jedoch auf. Welches Kunststoffteil verchromt werden kann, dürfte schwer herauszufinden sein. Fragen Sie mal den Hersteller, ob er Angaben machen kann!

Ansonsten gilt, alle Teile, ob Blech oder Kunststoff, die ab Werk verchromt waren, können auch neu verchromt werden.

Neuverchromung

Bevor Sie an eine Neuverchromung denken, gehen Sie zum Fachmann und besprechen mit dem, was verchromt werden soll und am besten zeigen Sie dem Fachmann das Teil. Es nutzt Ihnen nämlich nichts, wenn Sie ihren uralten Auspuff wunderbar entrostet haben, der Galvanisuer weigert sich aller Wahrscheinlichkeit nach, einen alten Auspuff in seine teuren Bäder zu setzen, weil alte Schmutzpartikel im Inneren des Auspuffs die Bäder verderben könnten. Oder der Galvanisuer vertröstet Sie günstigstenfalls: “Warten Sie einige Monate, wenn wir die Bäder wechseln müssen, kommt Ihr Auspuff zuletzt ins alte Bad!”

Außerdem kann nur der Fachmann beurteilen, ob Ihre Vorarbeiten perfekt genug für eine dauerhafte Neuverchromung sind. Die Teile für die Neuverchromung müssen jedoch so perfekt wir möglich entrostet sein, sonst haben Sie nichts von diesem sehr teuren Spaß.

Beim Verchromen werden zuerst zwei Schichten aus Kupfer und Nickel als Grundlage für die Chromschicht aufgetragen. Die Kupfer- und Nickelschicht haben jeweils eine Stärke von 0,02 mm, die Chromschicht wird zuletzt aufgetragen und ist mit 0,001 mm hauchdünn und bei dieser dünnen Beschichtung wird jeder kleinste Rostpickel durchschlagen, wenn das Werkstück vorher nicht perfekt entrostet wurde. Wollen Sie ein Lampengehäuse oder beispielsweise Seitendeckel von einem Motorrad-Motor verchromen lassen, können Sie die Innenseiten später noch zusätzlich schützen, denn die sieht man ja nicht. Das Beste dafür ist eine Schutzschicht aus Wachs.

Eine Alternative zum Verchromen ist für einige Bauteile das Verzinken.

Hinweis: wir führen keine Verzinkungen durch und können Ihnen auch keine Betriebe empfelen. Einen Brteib, der verzinkt, suchen Sie am besten über die Gelben Seiten in Ihrer Nähe.