Bleimennige
Vorweg und um Mißverständnissen und unnötigen Rückfragen vorzubeugen: wir liefern keine Bleimennige, auch nicht an gewerbliche Anwender.
Sie können bei uns aber ungifte Alternativen kaufen, z.B. BRANTHs bleifreie Rostschutz-Mennige und BRANTHO-KORRUX 3in1
Bleimennige
Bleimennige wurde schon in der Antike benutzt und später als Rostschutzmittel verwendet. Die chemische Zusammensetzung ist Pb3O4 oder Pb2PBO4, jedoch wird Bleimennige als Rostschutzmittel nicht in reiner Form, sondern als Mixtur mit anderen Mitteln, z.B. Leinölfirnis benutzt.
Wegen seiner roten oder rotbraunen Farbe wird die Bleimennige auch als Bleirot, Pariser Rot, Saturnrot bezeichnet.
Bleimennige basiert auf Bleiweiß und wurde bereits in der Antike benutzt. Die Römerin verwendeten es in Kosmetik-Artikeln. Und so lange es benutzt wird, so lang ist auch die Geschichte der Bleivergiftungen, die Menschen davon getragen haben.
Bleimennige darf seit Jahren nicht mehr an private Endverbraucher abgeben werden. Eine Abgabe ist nur an Gewerbetreibende mit entsprechender fachlicher Ausbildung im Umgang mit gefährlichen Materialien und im Arbeitsschutz erlaubt. Zuwiderhandlungen sind strafbar und u.a. durch die Chemikalienabgabeverordnung untersagt. Auch beim Verkauf an befugte Personen muß der Händler Name und Adresse des Käufers ins ein Giftbuch notieren.
Blei kann vom Körper nicht abgebaut werden, es reichert sich im Körper an. Einmal erlittene Gesundheitsschäden sind irreversibel, können sich nur verschlimmern oder kumulative Wirkung haben.
Die größte Gefahr besteht noch nicht einmal bei der Verarbeitung der Bleimennige, sondern bei späteren Arbeiten an Teilen, die mit Bleimennige behandelt wurden. Wird mit Bleimennige behandeltes Metall geschweißt, abgeschliffen, geflext oder auf andere Art mechanisch bearbeitet, entstehen bleihaltige Stäube und Produkte.
Bei einem Auto, das vor Jahren mit Bleimennige behandelt wurde, besteht zum Beispiel auch die Gefahr, daß der Besitzer, der es restauriert, gar keine Kenntnisse von der Gefahr hat, weil er nicht weiß, was die Vorbesitzer vor Jahren und Jahrzehnten verarbeitet haben.
Bei Schiffen und Booten wurde Bleimennige auch oft für den Holzschutz, auch im Innenbereich benutzt. Bei der Restaurierung alter Boote und Schiffe ist also auch dann Vorsicht angebracht, wenn Holzteile mit einer verdächtig braunen oder rotbraunen Farbe behandelt wurden.
Der Nutzen von Bleimennige beim Rostschutz von Metallen ist umstritten und beruht vermutlich zu einem großen Teil auf die Legende, die auch heute noch oft zu lesen ist und vielen Internetforen immer wieder kolportiert wurde, daß Bleimennige der beste Rostschutz ist. Dabei wird vor allem gerne übersehen und vergessen, daß Bleimennige diesen guten Ruf vor allem in Zeiten erreichte, als es kaum unweltfreundliche Alternativprodukte gab, die heute für einen ebenso wirkungsvollen, aber ökologisch und gesundheitlich unbedenklicheren Rostschutz sorgen.
Typischer Auszug aus einem Sicherheitsdatenblatt eines Bleimennige Produktes (Stand 2007/9):
“3 Mögliche Gefahren
T Giftig
N Umweltgefährlich
Besondere Gefahrenhinweise für Mensch und Umwelt:
Das Produkt ist kennzeichnungspflichtig auf Grund des Berechnungsverfahrens der “Allgemeinen
Einstufungsrichtlinie für Zubereitungen der EG” in der letztgültigen Fassung.
R 61 Kann das Kind im Mutterleib schädigen.
R 10 Entzündlich.
R 20/22 Auch gesundheitsschädlich beim Einatmen und Verschlucken.
R 33 Gefahr kumulativer Wirkungen.
R 62 Kann möglicherweise die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen.
R 50/53 Sehr giftig für Wasserorganismen, kann in Gewässern längerfristig schädliche Wirkungen
haben.”
Ungiftige Alternativen zur Bleimennige
Es gibt schon sehr lange ungiftige Alternativen zur Bleimennige, z.B. BRANTHs bleifreie Rostschutz-Mennige und BRANTHO-KORRUX 3in1 mit denen Sie ebenfalls einen sehr langen Korrosionsschutz erreichen können. Die Firma BRANTH produziert bleifreie Beschichtungsstoffe bereits seit den 1950er Jahren.
Bleimennige ist das Beste für ein Auto / für den Anstrich von Stahl und Eisen?
Auch dieser “Aberglaube” scheint kaum tot zu kriegen zu sein und blüht immer wieder in diversen Forenbeiträgen auf. Oft beziehen sich die Poster solcher Beiträge auf Rostschutzanstriche in der Schifffahrt und bei Binnenschiffen der Berufsschifffahrt.
Bleimennige als Korrosionsschutz-Grundierung wirkt jedoch nur, wenn der mit Bleimennige beschichtere Stahl lange genug offen bleibt (bis zu sechs Monaten), denn die Schicht muss zum verseifen lange genug offen bleiben. Wird der Decklack zu früh aufgetragen, reduziert sich die Wirkung erheblich.
Wer ein Auto restauriert oder ein altes Tor aus Schmiedeeisen anstreicht, wird aber kaum Monate warten können oder wollen, bis er den Decklack aufträgt und ist mit anderen Beschichtungsstoffen immer besser bedient.
